Welpen an Nassfutter gewöhnen: Ab welchem Alter und wie es am besten klappt

Die ersten Lebenswochen entscheiden viel darüber, wie gut ein Welpe später frisst und sein Futter verträgt. Der Wechsel von der Muttermilch zu fester Nahrung ist ein großer Schritt für den kleinen Verdauungstrakt – und Nassfutter ist dafür oft der ideale Einstieg. In diesem Ratgeber erfährst du, ab welchem Alter Welpen an Nassfutter gewöhnt werden können, wie du dabei vorgehst und was sich ändert, wenn dein Welpe bei dir einzieht.
Ab welchem Alter können Welpen Nassfutter fressen?
In den ersten drei Lebenswochen ernähren sich Welpen ausschließlich von der Muttermilch. Ab etwa der 3. bis 4. Lebenswoche beginnt die Phase, in der Welpen neugierig auf feste Nahrung werden – die Milchzähne brechen durch und die Mutter säugt nach und nach weniger. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, erste kleine Mengen weicher Welpennahrung anzubieten.
Nassfutter für Welpen eignet sich dafür besonders gut: Es ist weich, riecht intensiv und lässt sich leicht fressen. Mit etwa 7 bis 8 Wochen sind die meisten Welpen vollständig entwöhnt und fressen selbstständig. In Deutschland dürfen Welpen nach der Tierschutz-Hundeverordnung ohnehin erst ab einem Alter von 8 Wochen von der Mutter getrennt werden – die erste Gewöhnung an Nassfutter übernimmt also in der Regel die Züchterin oder der Züchter.
So gelingt die Gewöhnung Schritt für Schritt
- 3.–4. Woche – erstes Kennenlernen: Biete ein- bis zweimal täglich einen kleinen Klecks Welpen-Nassfutter an. Du kannst es mit etwas warmem Wasser oder Welpenmilch zu einem weichen Brei verrühren. Die Muttermilch bleibt in dieser Phase die Hauptnahrung – es geht nur ums Probieren.
- 5.–6. Woche – Anteil steigern: Erhöhe die Menge langsam und biete drei bis vier kleine Mahlzeiten am Tag an. Den Brei kannst du jetzt fester werden lassen, also weniger Flüssigkeit zugeben.
- 7.–8. Woche – selbstständig fressen: Die meisten Welpen fressen nun Nassfutter ohne Verdünnung und sind kaum noch auf die Muttermilch angewiesen.
Jeder Wurf entwickelt sich etwas anders. Kleine Rassen sind manchmal langsamer, große Rassen schneller. Beobachte die Welpen und passe das Tempo an – Druck ist nicht nötig.
Tipps für den Napf
Zimmerwarm füttern: Nassfutter direkt aus dem Kühlschrank mögen viele Welpen nicht und es kann auf den Magen schlagen. Nimm angebrochene Dosen rechtzeitig heraus oder gib etwas warmes Wasser dazu.
Kleine, häufige Mahlzeiten: Der Welpenmagen ist klein. Mehrere Portionen über den Tag verteilt sind deutlich verträglicher als eine große.
Reste wegräumen: Nassfutter verdirbt schnell. Was nach etwa 20 bis 30 Minuten nicht gefressen ist, nimmst du weg. Geöffnete Dosen abdecken, im Kühlschrank lagern und innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen – beachte dazu die Hinweise auf der Verpackung.
Saubere Näpfe: Spüle den Futternapf nach jeder Mahlzeit gründlich aus. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen, auch wenn Nassfutter viel Feuchtigkeit enthält.
Das richtige Futter für Welpen
Welpen wachsen schnell und brauchen mehr Energie, Eiweiß und Mineralstoffe als erwachsene Hunde. Wähle deshalb ein Alleinfuttermittel, das ausdrücklich für Welpen oder Junghunde gekennzeichnet ist (häufig „Puppy“ oder „Junior“). Futter für erwachsene Hunde ist auf andere Bedürfnisse ausgelegt.
Besonders bei großen Rassen ist ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor wichtig, damit Knochen und Gelenke nicht zu schnell wachsen. Zusätzliche Mineralstoffe oder Kalkpräparate solltest du nur nach Rücksprache mit deiner Tierarztpraxis geben – ein gutes Welpen-Alleinfutter deckt den Bedarf bereits.
Bei der Menge richtest du dich nach der Fütterungsempfehlung auf der Packung. Sie bezieht sich meist auf das Alter und das erwartete Endgewicht deines Hundes. Wiege deinen Welpen regelmäßig und passe die Menge an: Die Rippen sollten sich leicht ertasten lassen, aber nicht sichtbar hervortreten.
Wie oft sollte ein Welpe fressen?
- 8.–12. Woche: 4 Mahlzeiten am Tag
- 3.–6. Monat: 3 Mahlzeiten am Tag
- Ab etwa 6 Monaten: 2 Mahlzeiten am Tag
Feste Fütterungszeiten geben deinem Welpen Sicherheit und helfen auch bei der Stubenreinheit, weil er meist kurz nach dem Fressen muss.
Wenn dein Welpe bei dir einzieht
Der Umzug ins neue Zuhause ist aufregend genug. Füttere deshalb in den ersten ein bis zwei Wochen genau das Futter weiter, das dein Welpe beim Züchter bekommen hat – am besten auch zu ähnlichen Zeiten. Viele Züchterinnen und Züchter geben dafür eine Futterprobe mit.
Möchtest du danach auf ein anderes Nassfutter wechseln, mische es langsam unter das bisherige Futter. Bei Welpen solltest du dafür eher 10 Tage einplanen und in kleineren Schritten vorgehen. Den genauen Ablauf findest du in unserem Ratgeber Hundefutter umstellen.
Nassfutter oder Trockenfutter für Welpen?
Beides ist möglich, solange es ein Welpen-Alleinfuttermittel ist. Nassfutter punktet mit Geschmack, weicher Konsistenz und viel Feuchtigkeit – gerade für die ersten Wochen und für mäkelige Fresser. Trockenfutter ist praktischer in der Lagerung. Du kannst beides auch kombinieren; achte dann darauf, die Mengen anteilig zu reduzieren, damit dein Welpe nicht zu viel Energie bekommt. Mehr zu den Unterschieden liest du in unserem Ratgeber Hundefutter Sorten vergleichen. Unsere Auswahl findest du bei Hunde Nassfutter – achte auf die Kennzeichnung für Welpen bzw. Junior.
Wann solltest du zur Tierarztpraxis?
Ein etwas weicherer Kot bei einer Futterumstellung kann vorkommen. Welpen trocknen bei Durchfall oder Erbrechen aber viel schneller aus als erwachsene Hunde. Hält Durchfall länger als einen Tag an, erbricht dein Welpe mehrfach, frisst er gar nicht mehr oder wirkt er schlapp, lass ihn bitte umgehend tierärztlich untersuchen.
Kurz zusammengefasst
- Ab der 3.–4. Lebenswoche können Welpen erste kleine Mengen Nassfutter probieren
- Mit 7–8 Wochen sind die meisten Welpen entwöhnt und fressen selbstständig
- Immer ein Alleinfuttermittel für Welpen oder Junior wählen
- Zimmerwarm, in mehreren kleinen Mahlzeiten und mit sauberem Napf füttern
- Nach dem Einzug zuerst das gewohnte Futter weitergeben, dann langsam umstellen
- Bei Durchfall, Erbrechen oder Appetitlosigkeit schnell tierärztlich abklären lassen
Die Hinweise ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei Unverträglichkeiten oder Erkrankungen wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.










