Getreidefreies Hundefutter: Vorteile, Mythen und worauf du achten solltest

Getreidefreies Hundefutter ist beliebt – und gleichzeitig ein Thema, zu dem es viele Meinungen gibt. Ist es gesünder? Braucht jeder Hund das? Und was hat es mit den Berichten über Herzprobleme auf sich? Hier bekommst du einen sachlichen Überblick.
Was bedeutet getreidefrei?
Getreidefreies Futter enthält kein Weizen, Mais, Gerste, Hafer, Reis oder andere Getreidesorten. Kohlenhydrate kommen stattdessen aus Kartoffel, Süßkartoffel, Kochbanane, Hülsenfrüchten oder Pseudogetreide wie Amaranth. „Getreidefrei“ heißt also nicht „kohlenhydratfrei“ – es kommt darauf an, welche Zutaten das Getreide ersetzen.
Wann kann getreidefreies Futter sinnvoll sein?
- Bei Unverträglichkeiten: Manche Hunde vertragen bestimmte Getreidesorten oder Gluten schlecht. Für sie ist getreidefreies Futter eine einfache Lösung.
- Bei einer Ausschlussdiät: Wer gezielt Zutaten weglassen will, kommt mit einer kurzen, klaren Zutatenliste leichter ans Ziel – oft in Kombination mit Monoprotein-Hundefutter.
- Wenn dein Hund es einfach gut verträgt: Viele Halterinnen und Halter wählen getreidefreies Futter, weil ihr Hund damit gut zurechtkommt. Das ist völlig in Ordnung.
Mythos 1: Getreide ist für Hunde grundsätzlich schlecht
Das stimmt so nicht. Hunde haben sich im Lauf der Domestikation an stärkehaltige Nahrung angepasst und können gut aufgeschlossenes Getreide verwerten. Eine echte Getreideallergie ist eher selten – häufiger reagieren Hunde auf bestimmte tierische Proteine. Getreidefrei ist also eine Option, kein Muss.
Mythos 2: Getreidefrei ist automatisch hochwertiger
Auch das ist zu kurz gedacht. Ob ein Futter gut ist, entscheidet die gesamte Zusammensetzung: ein hoher, klar deklarierter Fleischanteil, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und gut verträgliche Zutaten. Ein Blick auf die Zutatenliste sagt mehr als ein einzelnes Label.
Getreidefrei und Herzprobleme – was ist dran?
2018 hat die US-Lebensmittelbehörde FDA begonnen, Berichte über eine Herzmuskelerkrankung (dilatative Kardiomyopathie, kurz DCM) bei Hunden zu untersuchen. Viele der betroffenen Hunde hatten Futter gefressen, das als getreidefrei vermarktet wurde und oft einen hohen Anteil an Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Linsen enthielt. Ein ursächlicher Zusammenhang konnte bisher aber nicht nachgewiesen werden, und die Forschung dazu läuft weiter.
Was heißt das für dich? Panik ist nicht nötig, aber ein bewusster Blick lohnt sich: Achte auf eine ausgewogene Rezeptur, bei der Hülsenfrüchte nicht die Hauptzutaten sind, und wähle ein Alleinfuttermittel. Hat dein Hund eine Herzerkrankung oder gehört er zu einer Rasse mit erhöhtem Risiko, besprich die Fütterung am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Fleisch oder Fisch als erste Zutat und mit konkreter Angabe der Tierart
- Alleinfuttermittel für die passende Lebensphase
- Kohlenhydratquellen wie Kartoffel, Süßkartoffel oder Amaranth statt sehr vieler Hülsenfrüchte
- Ohne Zusatz von Zucker und künstlichen Aromen
Eine Auswahl, die diese Punkte erfüllt, findest du in unserer Kategorie getreidefreies Hundefutter – als Nass- und als Trockenfutter. Wenn du wechseln möchtest, hilft dir unser Ratgeber Hundefutter umstellen.
Fazit
Getreidefreies Hundefutter ist eine gute Wahl für Hunde, die Getreide nicht vertragen oder damit einfach gut zurechtkommen. Es ist aber kein Muss für jeden Hund. Entscheidend ist eine hochwertige, ausgewogene Zusammensetzung – und bei gesundheitlichen Fragen der Rat deiner Tierarztpraxis.
Die Hinweise ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei Unverträglichkeiten oder Erkrankungen wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.










